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Historisches

Der Freiberger ist eine fast zwei Jahrhunderte alte Rasse und gilt als der letzte Vertreter des leichten Zugpferdes in Westeuropa. Die andern Pferde schweizerischer Herkunft sind im Laufe des 20. Jahrhunderts gänzlich verschwunden. Das Freibergerpferd wurde zu einem vielseitigen Freizeitpartner mit geschmeidigen und sicheren Gangarten entwickelt, die sich fürs Fahren und Reiten eignen. Dank seines hervorragenden Charakters gilt der Freiberger heute als einmaliges Familien-Pferd.

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts spielte das Pferd in der Intensivierung des Ackerbaus, im Transportwesen, in Gewerbe und Industrie, aber auch in der Armee eine absolut prioritäre Rolle. In dieser Zeit war unsere einheimische Pferdezucht auf einem Tiefstand. Napoleons Truppen hatten die Ställe ausgeräumt und es blieben nur noch alte und schwache Pferde zurück. Nach dem Wiener Kongress von 1815 erkannte vor allem der Kanton Bern, dass im Jura ein guter Pferdeschlag gezüchtet wurde und förderte diese Zuchtbemühungen. In der Ajoie wurde zum Beispiel der Stutenbestand auf über 4000 Tiere geschätzt.

Mit dem Aufkommen der Eisenbahn um 1850 sank die Bedeutung des Pferdes auf der Strasse enorm. Die Reit- und Wagenpferde im Warmbluttyp der Rassen Ormont, Erlenbacher, Schwyzer und Einsiedler wurden zusehends seltener. Man suchte nach einem gängigen Pferd, das sich für die damalige Landwirtschaft eignete. Stuten des Juras wurden mit ausländischen Hengsten, vor allem aus der Normandie, belegt, um diese Rasse zu verbessern. Die Zuchtprodukte fanden eine überzeugte Käuferschaft aus der ganzen Schweiz. Das Jurapferd, der heutige Freiberger, entsprach den Bedürfnissen dieser Zeit.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts nahmen Bund und Kantone starken Einfluss auf die Pferdezucht. Es war die Zeit des Baus des Eidgenössischen Gestüts in Avenches, der Genossenschaftsgründungen und der Einrichtung von Pferdeschauen. In der ganzen Schweiz setzte sich das Freibergerpferd durch.

Im zweiten Weltkrieg erlebte diese Rasse eine wahre Blüte. Überall wurden Pferde gebraucht, besonders in der Armee und für die Anbauschlacht. Mit dem Durchbruch der Motorisierung auf unseren Strassen und der Mechanisierung in der Landwirtschaft befürchtete man ein Aussterben des Pferdes. Der Pferdebestand sank dramatisch. Die grossen Pferdeställe auf den Ackerbaubetrieben leerten sich. Das Freibergerpferd wurde durch den Traktor ersetzt. Dank geschickten Massnahmen und unermüdlichem Einsatz engagierter Pferdefreunde konnte der Freiberger diese schwierige Zeit überleben.

Heute erlebt die Freibergerrasse eine einmalige Beliebtheit. Das ehemalige Bauernpferd ist zu einem Vielseitigkeitspferd von grosser Beachtung geworden, das von Anfängern im Pferdesport wie von ambitiösen Sportlern gleichermassen geschätzt wird. Im Ausland ebenfalls ist man auf den Freiberger immer mehr aufmerksam geworden.

News

  • 21.02.2012
    Caroli-Leberfibrose (CLF) - Neue Erkenntnisse !Liste der noch nicht getesteten...
  • 17.02.2012
    Liste der Feldltestplätze 2012 Feldtest

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